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Z U   J E D E R   V O L L E N   S T U N D E...

...werden wir für fünf Minuten die Arbeit niederlegen. 

Wir wollen auf diese Art und Weise darauf aufmerksam machen, dass Hotellerie und Gastronomie bislang die

-ökonomischen- Verlierer der Corona-Epidemie sind. 

 

Warum? 


Weil weder die Öffnungsdiskussionen noch die Hilfsaktionen sonderlich durchdacht sind und viele Interessengruppen die Corona-Pandemie für eigene Zwecke kapern. Beispiele:

 

- Derzeit wird tatsächlich wieder für eine Abwrackprämie für die  schon fast anachronistisch anmutende Autoindustrie diskutiert. Obwohl diese oftmals, vor allem im Ausland, astronomische Gewinne einfährt, der europäische Markt in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung verloren hat und speziell die deutsche Automobilindustrie in Sachen Alternative Antriebe den technischen Anschluss schon weitgehend verloren hatte. 

 

- Die Hygieneauflagen für Restaurants, zB das Notieren von Kundenadressen, im krassen Gegensatz steht zu zb der Freigabe von Museen oder dem Leipziger Zoo, wo zuletzt 4.000 Besucher anonym am Kassenhäuschen vorbeigingen. 

 

- Darüberhinaus ist durch das Verbot von Buffetangeboten und der maximalen Auslastung von 50% für die meisten Betriebe ein wirtschaftliches Arbeiten kaum mehr möglich. Bei uns beispielsweise fällt bis auf weiteres unser beliebter Brunch weg. 

- Die beschlossene "Hilfe" durch die Reduzierung der Umsatzsteuer auf 7% hilft denjenigen Unternehmen nicht, die nur Getränke verkaufen. Darüberhinaus gilt sie erst ab 01.07., und auch nur für ein Jahr. 

 

- ...

Daher fordern wir eine differenziertere Betrachtung unter Berücksichtigung einer Branche, die wesentlich mehr sozialversicherungspflichtige Beschäftigte hat als zB die Autoindustrie.

 

Angesichts der noch immer bestehenden Gefahr einer "zweiten Welle" müsste die Schliessung eigentlich verlängert werden. Sollte die Pandemie ein zweites Mal aufflammen, wären die staatlichen Mittel aus der ersten Hilfswelle sinnlos verpufft.

Und dann könnte es tatsächlich zu einer globalen Wirtschaftskrise kommen, die sonst nur bei einem Weltkriegsszenario denkbar wäre: weil dann allen Staaten gleichzeitig die Mittel ausgingen. 

 

Statt dessen sollte es weitere staatliche Hilfen geben, und zwar als direkter Zuschuss, nicht als Kredit, abhängig von der Anzahl der Beschäftigten.

 

Als Gegenfinanzierung schlagen wir einerseits eine Staatsverschuldung vor, die zum einen wegen der derzeit historisch niedrigen Tiefstände bei den Zinsen kein Drama wäre. Ganz abgesehen von der derzeit negativen Verzinsung für deutsche Staatsanleihen. 

 

Andererseits aber sollte die Chance genutzt werden, das Sozialversicherungssystem, das Steuersystem und die - im Kern notwendige - Bürokratie radikal zu vereinfachen.

 

Dazu müsste nicht einmal das Rad neu erfunden werden: in Sachen Digitalisierung und Bürokratieverschlankung könnte man nach Skandinavien schauen, und in Sachen Sozialversicherungssysteme nach Österreich, die Schweiz oder in die Niederlande. 


Für diese Aktion werben wir hiermit um Euer Verständnis.

Und jetzt haben das Wort: Tim Mälzer und die Gastronomen von #wirsindgekommenumzubleiben 

 

mit freundlicher Genehmigung von Koral Elci, https://www.kitchenguerilla.com

 

#wirsindgekommenumzubleiben
Gemeinsam stark: Deutschlands Gastgewerbe hat sich vereint, um auf seine prekäre Lage aufmerksam zu machen. Mit dem Beschluss vom 6.5. ist zwar der Startschuss gefallen: Im Mai geht es endlich wieder los!  Klar ist jedoch: Die wirtschaftliche Perspektive ist mit Auflagen weiterhin düster. Das Gastgewerbe ist kulturell und gesellschaftlich von riesiger Bedeutung. Wirtschaftlich auch: Rund 2,4 Millionen Menschen arbeiten in 220.000 Betrieben. Hinzu kommen tausende Arbeitsplätze bei Lieferant*innen, die davon abhängen, dass es in der Branche läuft. Die Initiativen schlagen deshalb unter anderem einen Gastro-Rettungsfonds für durch die Krise geschädigte Gastronomiebetriebe vor. Hinter der Aktion stehen selbstständige Gastronom*innen, Verbände, Medien, Dienstleister*innen, Lieferant*innen sowie bald 150.000 Bürger*innen, die die Forderungen mit ihrer Unterschrift unterstützen
#wirsindbereit #restartGastro #leerestuehle
 

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